Vor dem Mähen Rehkitze suchen!

Rehkitzrettung mit Hilfe von Drohnen

 

In Wiesen und Feldern werden im Wonnemonat Mai wieder viele Rehkitze und andere Jungtiere wie Hasen geboren. Statt weg zu rennen, verstecken sich frisch geborene Rehkitze ohne Fluchtverhalten.

 

Von immer größeren Traktoren werden mit rasanter Geschwindigkeit Grünflächen großflächig gemäht. Jedes Lebewesen, was sich dort zu diesem Zeitpunkt aufhält, ist in akuter Lebensgefahr. Insbesondere Jungtiere – wie Rehkitze und Feldhasen oder Fasane und Rebhühner – werden häufig von den breiten Mähwerken erfasst.

 

Grundsätzlich sollte man von innen nach außen mähen, damit die bereits fluchtfähigen Tiere dazu animiert werden, davonzulaufen. Sinnvoll ist darüber hinaus eine geringere Fahrgeschwindigkeit. Weitere Infos dazu unter www.lfl.bayern.de: „Mäh-Knigge“.

 

Landwirte sollten vor der Mahd unbedingt Kontakt mit den Jagdpächtern aufnehmen, um die „Grünschnitt-Termine“ mit ihnen abzustimmen. Mindestens einen Tag zuvor muss den Jagdpächtern Bescheid gegeben werden, denn der Drohnen-Einsatz mit Wärmebildkamera ist nur in der kühlen Morgendämmerung erfolgversprechend. Sobald die Sonne am Himmel steht, kann eine Wärmebildkamera Rehkitze kaum noch erkennen.

 

Wenn ein Kitz lokalisiert wird, können die Jäger bzw. Helfer vor Ort gezielt handeln und das Jungtier aus dem Gefahrenbereich bringen, bevor das Mähen beginnt.

 

Mit Hilfe von Drohnen in Kombination mit Wärmebildkameras konnten in den letzten Jahren viele Rehkitze gefunden und in Sicherheit gebracht werden.

Die BJV-Kreisgruppe Bamberg unterstützt die Kitzrettung mit ihrem Drohnenservice. Inzwischen wurden 2 Drohnen - mit Wärmebildkameras - zur Kitzrettung angeschafft und damit auch in diesem Jahr schon zahlreichen Rehkitzen das Leben gerettet.

 

Diese Drohnen stehen selbstverständlich allen BJV-Vereinsmitgliedern zur Verfügung.

 

Zum Schutz der Rehkitze ist es wichtig, dass Landwirte und Jäger zusammenarbeiten.

 

Nach dem Tierschutzgesetz ist der Bewirtschafter einer Fläche dazu verpflichtet, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, wenn er mit dem Tod oder der Verletzung von Rehkitzen oder anderen Wirbeltieren – wie Hasen oder brütende Vögel – rechnen muss.

 

Text: Herbert Bürk/Julia Eydam

Fotos: Herbert Bürk

 


Titelbild: Rudolf Eydam